Am Wochenende haben wir Finja bei meinen Eltern vorgestellt. Donnerstag abend haben wir Finja ins Bett gebracht - sie hat mit uns im großen Ehebett geschlafen. Als ich sie in den Schlaf stillte, merkte ich durch die geöffnete Balkontür einen großen Schatten ins Zimmer fliegen. War wohl ein Nachtfalter - dachte ich. Tja, eigentlich wollte ich Frank noch sagen, dass was ins Zimmer geflogen war, hatte es aber vergessen.
Zwei Stunden später:
Ich steh im Bad und putze mir die Zähne da trommelt Frank wie wild gegen die Badezimmertür, ruft: Auuaaaa, mich hat was gestochen!!!! - und hält sich das spärlich behaarte Haupt. Bei genauerer Betrachtung der betreffenden Stelle konnte ich keinen Stich erkennen, nur eine ringförmichge Wunde, mit 2 mm Durchmesser. (Hmm, war wohl doch keine Motte....) Was hinterläßt nur solche Spuren???? Nach Kühlung mit Wasser machen wir uns auf den Weg ins Schlafzimmer um den Übeltäter - vermutlich eine große, wild gewordene Mücke - zu stellen.
Im Schlafzimmer:
Die Bettdecke ist zurückgeschlagen und darauf sitzt: eine HORNISSE!!!!! Einen halben Meter von Finja entfernt, die friedlich schlummert. (Das Biest hatte es sich vorher wohl auf dem bunt gemusterten Kopfkissen bequem gemacht. Tja und als Frank sich dann hinlegen wollte.... )
Frank und ich begeben uns also, bewaffnet mit einem Handtuch, auf Hornissenjagd - nachdem wir Finjas Kopf vorsorglich mit Spuckwindeln zugedeckt hatten. Aufgeschreckt vom Radau den Frank und ich veranstalten, tauchen meine Schwester Sandra mit ihrem Freund Tom, Hermann und meine Mutter auf um dem Lärm auf den Grund zu gehen. Meine Schwester behauptet steif und fest, es müßte sich irgendwo im/am Haus ein Nest befinden, denn sie hätte selbst schon 3 oder 4 Hornissen und noch viel mehr Wespen im Zimmer gehabt.
So treten nun an zur Jagd
als Beute: Die Hornisse
als Jäger: Tom und Hermann.
Als Zuschauer: Sandra, Mama, Frank mit Waschlappen auf dem Kopf und ich
Als Unbeteiligte (friedlich schlafend ob des um sie tobenden Chaos): Finja
Die Hornisse - gar nicht dumm fliegt in den Kronleuchter. Mit einer Fliegenpatsche bewaffnet steigen abwechselnd Tom und Hermann auf den Stuhl um dem Biest das Fell über die Ohren zu ziehen. Nach 10-minütigem Kampf geht die Hornisse als eindeutiger Verlierer hervor.
Nachtrag:
- Um 2h morgens hole ich für Frank Aspirin aus dem Auto um seinen schmerzenden Wunden Linderung zu verschaffen. Es gibt zwei Stellen, die leicht geblutet haben: ein Biss und ein Stich??? (Wollte doch mal zum Thema "Hornissen" googeln...)
- Finja hat die ganzen Aktion verschafen - trotz Getrampel und Festbeleuchtung.
- Das Hornissen- und Wespennest wurde am nächsten Tag gefunden. Die Öffnung befand sich genau unter dem Dachgiebel - 2m von der Balkontüre entfernt. Das Einflugloch wurde am nächsten Tag mit PUR-Schaum verschlossen.